Stand aktueller Autismusforschung: Verursacherfaktoren

Aktueller Erkenntnisstand aus neurobiologischer Forschung beschreibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass bei autistischen Menschen von Geburt an strukturelle und funktionale Störungen des zentralen Nervensystems vorliegen, die die Folge von genetischen Prozessen darstellen.
Neurobiologische Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass ein komplexes Zusammenspiel mehrerer, verschiedener Gene für die Entstehung der autistischen Behinderung verantwortlich ist.

Derzeit werden in der Fachwelt 3 neuropsychologische Theorien des Autismus beschrieben, die als Folge genetischer Prozesse am Entstehen autistischen Verhaltens maßgeblich beteiligt sind und die es zu erklären versuchen:

  • beeinträchtigte „Theory of Mind“
  • beeinträchtigte Exekutivfunktionen
  • schwache zentrale Kohärenz

 

"Theory of mind"
kognitive Funktionen, die es einem Menschen ermöglichen, sich mental in eine andere Person hineinzuversetzen, ihre Vorstellungen, Gefühle, Gedanken, Überzeugungen, Emotionen und Absichten zu verstehen, zu deuten, zu kommunizieren, oder vorherzusagen.


"Theory of mind" = mangelnde Fähigkeit zum Mentalisieren und zur Ausbildung einer Theorie des Mentalen bei sich und bei anderen.

(Baron-Cohen)

 

Beeinträchtigte Exekutivfunktionen

Sind Fähigkeiten, die es einem Menschen ermöglichen sein Handeln schrittweise, logisch und vorausschauend zu planen, danach konsequent umzusetzen und im Verlauf des Handelns auch veränderte Umstände zu berücksichtigen.

Probleme bei der Handlungsplanung und der Aufrechterhaltung von Lösungsstrategien zur Erreichung von Zielen.
(divergentes Denken und Sequenzieren erschwert, Reizgebundenheit und Rückfall in starre Schemata)

(Bishop)

 

Schwache zentrale Kohärenz

Menschen mit Autismus haben große Schwierigkeiten komplexe Informationen zu erfassen und zu verarbeiten, d.h. Sinnesreize und Eindrücke im Zusammenhang, als Ganzes zu interpretieren. Vermutlich verarbeiten sie Informationen aus der Umwelt anders, nämlich bevorzugt einzelheitlich und nicht aus dem Gesamtzusammenhang heraus. Sie sehen eher die einzelnen Details, als das vollständige Bild.

Mangelnde Interpretation von Informationen verhindert ganzeinheitliches Erfassen von Situationen. Resultat davon ist ein unverbundenes Nebeneinander von Einzelheiten (stereotype Beschäftigung mit sinnlosen, immer gleichen Gegenständen)

(Utah Frith)

 

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